Dienstag, 8. Juni 2004

Mir scheint am Morgen die Sonne in die Augen. Daher unternehme ich schon um 7 Uhr einen Spaziergang durch Cashel, in dem ich keinen Menschen sehe, ausgenommen die Fahrer in der Kolonne von LKW, die sich durch Cashel quält. Wie viele andere Städte in Irland gibt es in Cashel keine Umfahrungsstraße, die wird allerdings bereits gebaut. Schon schreien die Geschäftemacher Zeter und Mordio, fürchten sie doch um ihre Finanzen. Dass Touristen lieber durch verkehrsarme Straßen flanieren (und dann auch mehr kaufen) als durch Straßen, in denen ihnen die LKW beinahe über die Zehen fahren, haben die Damen und Herren in Cashel noch nicht bedacht. Diese Erkenntnis wird ihnen schon noch kommen. Bis dahin finden Sie an vielen Ladentüren einschlägige Zeitungsausschnitte.

Um 8 Uhr verlasse ich Cashel, aber nicht auf der direkten und schmalen Straße, sondern auf der N8 in Richtung Cork und biege nach 9 Kilometern nach links Richtung Clonmel ab, traditionell dem letzten Etappenziel am Abreisetag. Das Auto parke ich im Stadtzentrum (dem ehemals ausschließlich von Protestanten bewohnten Stadtteil, den die Katholiken bei Sonnenuntergang gefälligst zu verlassen hatten). Im Coffee Shop gegenüber dem Supermarkt von Tesco esse ich mein letztes <Big Breakfast> für heuer, ehe ich mir die üblichen Mitbringsel im Supermarkt kaufe.

Von Clonmel fahre ich, auch wie jedes Jahr, weil es die direkte Strecke ist, über Waterford und New Ross nach Rosslare Harbour. Ehe sich die Straße zum Hafen absenkt, biege ich nach rechts zu den Hotels ein. Im Great Southern Hotel drinke ich den letzten Kaffee (so schmeckt er auch) in Irland und gehe dann auf die Promenade vor dem Hotel und blicke auf den Hafen hinab. Groß und breit liegt die <Normandy> der <Irish Ferries> im Hafenbecken. Die Abfahrt wird anscheinend planmäßig erfolgen.

So ist es.

Bei der Abreise kontrolliert mich kein Drogenhund samt Anhängsel. Ich werde überhaupt nicht kontrolliert, die übrigen Passagiere auch nicht. Auch bei der Ankunft in Cherbourg wird niemand kontrolliert werden.

Strenge Kontrollen bei der Einreise ins Schengen-Land? Zum Schreien.

Und die Einfuhr von Rauschgift nach Frankreich wird anscheinend toleriert, die Ausfuhr aber streng kontrolliert. Oder habe ich da etwas missverstanden?

 

Rückreise nach Wien

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Erstellt am 25. Juni 2004

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