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Rückreise
1. Juni 2001
Um halb
fünf Uhr morgens kann ich nicht mehr schlafen, kaufe mir in der
Tankstelle am Automaten einen durchaus trinkbaren Espresso, esse eine
Banane und mache mich an die Weiterfahrt.
Die verläuft weitgehend ereignislos. Mittags bin ich im
Rasthaus Goldene Bremm und damit in Deutschland. Mit vielen Pausen und
nach dem Aussitzen einiger Staus (schließlich kommt Pfingsten) erreiche
ich gegen 18 Uhr das Rasthaus Hohenlohe, wo ich anhalte und nach einigen
Spaziergängen und Besuchen der Raststätte mich ins Auto schlafen lege.
2. Juni 2001
Um vier Uhr morgens bin ich munter, weil a) das Kühlaggregat des
Lasters neben mir recht laut vor sich hinrumort und weil b) zwei Herren
aus dem PKW auf meiner anderen Seite ein recht muntere Konversation
über die Vereinbarkeit einer Regierungsbeteiligung der PDS beginnen,
einschließlich der so diskussionswürdigen, weil so objektiv zu
beurteilenden Frage, ob der Herr Gysi ein sympathischer Mensch sei. Gute
Lust hätte ich, meinen Senf dazuzugeben, aber was geht es mich an, ich
bin ja schließlich Ausländer. Für den Herrn Schröder und die Frau
Merkel etc. kann ich mich weniger erwärmen als für den Herrn Gysi,
doch, würden mir die beiden Herren neben meinem Auto glauben?
Daher trinke
ich schweigend meinen Morgenkaffee, kaufe mir dann noch einen Espresso
im Rasthaus; um 04,30 Uhr weiß ich mir nichts mehr anzufangen in der
Raststätte und fahre los Richtung Osten.
Der
Rest der Heimfahrt ist nicht weiter erwähnenswert. "Keine
besonderen Vorkommnisse" würde man in meiner – früheren –
Arbeitsstätte sagen und ausnahmsweise militärisch kurz den Sachverhalt
exakt beschreiben. Es gibt halt eine Handvoll Standardsituationen, die
eines Militärs Hirn klar und einfach zuordnen kann: wann nix war, sagt
ein Militär nicht einfach: "Nix", sondern – siehe oben.
Hamma so gelernt bei den Altvorderen und Neuerungen woll'n mir nicht.
Um
11.00 Uhr bin ich wieder dort, von wo ich am 15. Mai weggefahren bin.
Die Garage ist nicht in sich zusammengefallen, das Wohnhaus steht noch,
die Wohnung ist nicht ausgebrannt und die Katze kennt mich noch. Alle
anderen, wird sich im Lauf des Tages zeigen, ebenfalls.
Die
Reise ist zu Ende. 5.780 Kilometer waren es. Vor allem aber: Schön
war's!
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