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Einige Reisetipps
Ohne
jeden Anspruch auf Vollständigkeit oder auf Systematik möchte ich doch
festhalten, was mir angenehm oder unangenehm aufgefallen ist bei dieser
Reise. Vielleicht nützen Ihnen, so Sie ebenfalls einen Urlaub in der
Bretagne planen, diese Tipps ein wenig. Dann hätten sie ihren Zweck
erfüllt.
1. Reiseführer
Sehen Sie sich in einer auch nur einigermaßen gut sortierten
Buchhandlung um, so merken Sie sogleich: Reiseführer gibt es wie Sand am
Meer. Schön gedruckte, und weniger schöne, große und kleine, dicke und
dünne.
Ich habe die Erfahrung gemacht, alle Reiseführer sind überholt, wenn Sie
sie kaufen. Schauen Sie daher sehr sorgfältig aufs Erscheinungsjahr,
bedenken Sie, in der Praxis ist der Stand des Vorjahres enthalten, bei
Neuauflagen bleiben immer wieder Teile unverändert - manches ist dann
wirklich nicht mehr gültig, aber das merken Sie erst an Ort und Stelle.
Stimmen bloß die Preise nicht, ist das kein besonderes
Problem. Ob der Eintritt in ein Museum 3 Euro kostet oder 3,50 Euro, das ist
nicht so wichtig. Versichert man Ihnen in einem Reiseführer mehrfach,
dieses oder jenes Megalithgrab könne man betreten und erweist sich das
seit Jahren überholt, wird die Enttäuschung auch nicht allzu groß sein.
Behauptet einer, die Schiffe nach X. führen von Y. ab, das tun sie aber
auch schon seit Jahren nicht mehr, kann das zu Ärgernissen führen.
Was sehenswürdig ist, entscheiden Sie, nicht der
Reiseführer. Kein Mensch wird einen Reiseführer sozusagen von vorn bis
hinten abarbeiten wollen. Damit Sie aber entscheiden können, wofür Sie
sich interessieren und was Sie sehen wollen, müssen Sie erst einmal
wissen, was es gibt.
Steht etwas nicht im Reiseführer, können Sie es nicht als
wichtig anhaken. Vielleicht ist es für andere tatsächlich unwichtig,
weil deren Interessenslage eine andere ist.
Damit Sie auswählen können, sage ich, suchen Sie sich den
dicksten und gleichzeitig neuesten Reiseführer, den Sie bekommen können.
Ich halte es nicht für günstig, mit einem dünnen Büchlein im Format A5
vor einer Schlossruine zu stehen und trotz eifrigen Blätterns nicht zu
erfahren, wie die Ruine heißt oder ob sie eine Besichtigung wert ist. Das
gilt nicht nur für Ruinen.
Hüten Sie sich vor ungenauen Beschreibungen. Die
Kunstreiseführer eines großen deutschen Sachbuchverlages sind bekannt
dafür: Sehenswürdigkeit x befindet sich y Kilometer nordwestlich von Z.
Und dann stehen Sie auf der grünen Wiese y Kilometer von Z. entfernt,
aber nichts ist zu sehen, was der Sehenswürdigkeit x ähnlich schauen
könnte. Merke: in der Bronzezeit haben die Leute noch keine Kathedralen
gebaut, deren Turmspitzen leicht von fern zu erkennen sind. Einen
bestimmten Menhir bei Carnac finden Sie nur mit einer exakten
Beschreibung. Mag ja sein, dass die wissenschaftliche Erklärung
einwandfrei ist, was Sie nicht finden, brauchen Sie auch nicht erklärt.
Warum ich nicht schreibe, um welchen Verlag es sich handelt?
Weil die Rechtsanwälte deutscher Verlage gleich bei der Hand sind mit
allerlei Klagen. Aber Sie brauchen ja nur den betreffenden Reiseführer aufschlagen und die Wegbeschreibung ansehen - und Sie wissen,
welchen Reiseführer Sie ins Regal zurückstellen.
2. Sprachkenntnisse
Vielleicht bin ich eigen. Ich habe - mehrfach beschrieben -
unter nicht vorhandenen Kenntnissen der französischen Sprache gelitten.
Fahren Sie im Autobus mit einer ganzen Gruppe, wird Ihnen egal sein, dass
Sie die Landessprache nicht beherrschen, fahren Sie mit Familie oder
allein, wird es manchmal eigen. Denn können Sie die Sprache nicht,
können Sie auch keine Zeitungen lesen, verstehen keine
Nachrichtensendungen in Radio und Fernsehen.
3. Reisetempo
Welches Tempo auf den Straßen erlaubt ist, wird klar
signalisiert. Es halten sich nur wenige daran. Tempobeschränkungen werden
kaum überwacht, aber möglicherweise werden Überschreitungen, so die
Übeltäter denn erwischt werden, mit hohen Geldstrafen geahndet. Erlebt
man das Fahrverhalten der Autolenker mit, dürfte es auch damit nicht gar
so arg sein.
4. Reisezeit
Nicht jeder hat soviel Glück wie ich mit dem Wetter. Ich
habe keinen ganzen Regentag erlebt, nur einen halben und an einigen Tagen
war es am Vormittag einige Stunden trübe oder diesig. Sie müssen, auch
im Sommer, mit schlechtem Wetter rechnen. Die Bretagne ist - auch in
dieser Hinsicht - nicht mit einer griechischen Insel und deren
Sommerwetter zu vergleichen.
5. Hotels
Manche Hotelketten bieten wirklich billige Zimmer an, billig
vor allem für Paare und für Familien. Berechnet wird fast immer das
Zimmer, nicht die Zahl der Benutzer. Weniger häufig als etwa in Irland
sind die privaten Zimmervermieter, aber es gibt sie.
6. Tankstellen
Benzin und Diesel sind vergleichsweise teuer. Am relativ
billigsten sind sie an den Tankstellen der Supermärkte. Dort finden Sie
häufig Zapfsäulen, die nur mit Kundenkarte funktionieren. Achten Sie
darauf. Immer gibt es eine Säule, bei der Sie Ihr Auto betanken und
anschließend an einer Kasse zahlen können. An fast allen Tankstellen
werden Kreditkarten anstandslos akzeptiert.
7. Geldwechsel
Ist teuer und nicht in jeder Bank möglich. Nehmen Sie
Bargeld mit von daheim, eine Kreditkarte und eine Bankomatkarte. Dann
bekommen Sie um die Stunde Bargeld. Geldautomaten gibt es ausreichend
viele, in jeder besseren Ortschaft jedenfalls einen.
8. Essen
Pommes frites gibt es überall, auch in französischen Restaurants
sind sie zu haben. McDonalds sind selten, dafür gibt es aber Creperien
allenthalben - der Nachwuchs wird auch damit zufrieden sein, Sie werden
sehen.
9. Sicherheit
Böse Menschen gibt es überall. Gegen einen Autoeinbruch ist
kein Kraut gewachsen. Räumen Sie des Abends Ihr Auto aus und das Gepäck
ins Hotelzimmer. Ist umständlich, ich weiß, aber sicher. Lassen Sie
nichts im Auto liegen, was des Diebes Gier erwecken könnte. Eine Scheibe
ist schnell eingeschlagen. Jeder bessere Kieselstein reicht als Werkzeug
aus. Vielleicht ist doch etwas Wertvolles im Auto, denkt sich der
Dieb. Findet er nichts, macht ihm das wenig aus, Sie haben die
Scherereien. Ich habe vielleicht großes Glück gehabt, aber in der
heimischen Garage ist mein Auto mehr gefährdet als es in der ganzen
Bretagne war.
10. Weiteres
Seitenweise könnte man diese Liste noch ergänzen. Ich tue
es nicht. Ich wollte nur ein paar kleine Hinweise, Anstöße zum
Nachdenken eigentlich, geben.
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